Nistkasten für den Garten

Jetzt im Frühling ist es wieder soweit: es zwitschert und tiriliert überall, die Vögel flattern herum und bauen emsig ihre Nester, um die nächste Generation an Flattermännern in die Welt zu setzen. Doch vielerorts tun die kleinen Piepmätze sich schwer, geeignete Nistplätze zu finden. Höhlenbrüter wie Meisen oder Kleiber sind normalerweise auf natürliche Baumhöhlen in altem Holz angewiesen. Um diesen Vögeln eine alternative Nistmöglichkeit zu geben, kann man beispielsweise einen Nistkasten aufhängen. Diese gibt es in Baumärkten oder online fertig zu kaufen, man kann aber natürlich auch zum Werkzeugkasten greifen und selbst einen Nistkasten bauen. Worauf Sie hierbei achten müssen, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Material und Verarbeitung

Für den Bau eines Nistkastens sollten Sie ausschließlich Naturholz verwenden.

Am besten eignet sich Eichen-, Robinien- oder Lärchenholz. Alternativ können Sie auch auf Fichten- oder Kiefernholz zurückgreifen; dieses ist meist einfacher erhältlich. Auf keinen Fall sollten Sie jedoch Spanplatten oder Sperrholz verwenden, da dieses Material nicht witterungsbeständig ist.

Die Bretter sollten in jedem Fall 20 Millimeter dick und ungehobelt sein. Holzschutzmittel und Lacke sind tabu – wenn Sie den Nistkasten vor Feuchtigkeit und Pilzbefall schützen wollen, können Sie die Außenwände wahlweise mit Leinöl oder umweltfreundlichen Farben streichen.

Im Inneren muss der Boden des Nistkastens mindesten eine Fläche von zwölf mal zwölf Zentimetern haben, um ausreichend Platz für das Nest zu bieten. Zur Belüftung und Entfeuchtung sollten außerdem vier Löcher mit einem Durchmesser von etwa fünf Millimetern in den Boden gebohrt werden.

Die Lochunterkante des Fluglochs sollte sich mindestens 17 Zentimeter über dem Kastenboden befinden, damit Prädatoren wie Marder oder Katzen nicht mit der Tatze an die Vogelküken gelangen können. Aus demselben Grund sollte das Dach einen möglichst großen Überstand haben und auf eine Ansitzstange unter dem Flugloch verzichtet werden.

Es ist außerdem ratsam, beim Bau des Nistkastens Schrauben statt Nägeln zu verwenden, da so auf schädlichen Holzleim verzichtet werden kann, ohne Stabilität einzubüßen.

Der richtige Ort

Damit der Nistkasten auch bewohnt wird, ist es wichtig, ihn an einem passenden Platz aufzuhängen. Wählen Sie hierfür einen Baum oder eine Hauswand und befestigen Sie den Nistkasten in einer Höhe von zwei bis drei Metern. Das Einflugloch sollte hierbei weder zur Wetterseite, also nach Westen, zeigen, noch zu lange der prallen Sonne in südlicher Richtung ausgesetzt sein – ideal ist deshalb eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten. Achten Sie darauf, dass der Kasten nicht nach hinten überhängt, damit kein Regen eindringen kann.

Reinigung

Hausputz gilt nicht nur für unsere eigenen vier Wände – auch ein Nistkasten sollte nach der Brutsaison gereinigt werden. So wird neuer Platz geschaffen und eine etwaige Belastung durch Parasiten wie Milben oder Flöhe wird verringert. Die beste Zeit für die Reinigung des Nistkastens ist entweder im Spätsommer oder aber dann erst wieder Ende Februar – denn Nistkästen werden auch gerne von verschiedenen Tierarten zum Überwintern genutzt.

Bei der Reinigung empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen – Vogelflöhe und anderes Getier können auch auf den Menschen überspringen. Entfernen Sie zur Reinigung lediglich das alte Nistmaterial aus dem Nistkasten; bei stärkeren Verschmutzungen können Sie das Innere ausbürsten. Insektensprays oder chemische Reinigungsmittel sollten Sie auf keinen Fall verwenden.

Mit einem selbst gebauten Nistkasten können Sie Vögeln einen Nistplatz zum Brüten geben und zugleich für eine gute Überwinterungsmöglichkeit sorgen. Und mit etwas Glück können Sie vielleicht ein paar Vogelküken in Ihrem Garten beobachten, wenn sie flügge werden.

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