Wie zu Omas Zeiten - Lebensmittel haltbar machen

In Zeiten von Kühlschrank und Gefriertruhe und Supermärkten, die bis abends spät geöffnet haben, scheint es auf den ersten Blick überflüssig, Lebensmittel haltbar zu machen. Schließlich können wir fast immer und überall frische Lebensmittel kaufen – und wenn doch einmal ein oder zwei Feiertage mit geschlossenen Lebensmittelgeschäften dazwischenkommen, verfällt gefühlt das halbe Land in Panik und übt sich in völlig überdimensionierten Hamsterkäufen. Doch das Konservieren von Lebensmitteln ist heute keineswegs „out“. Wer seine Marmelade selbst einkocht und das Obst selbst trocknet, der weiß schließlich ganz genau, was für Inhaltsstoffe letztlich drin sind. Wir haben die wichtigsten Tipps und ein paar leckere Rezepte zum Konservieren von Lebensmitteln für Sie zusammengestellt!

Trockenfleisch selber machen

Trockenfleisch, das auch gerne „Beef Jerky“ genannt wird, kennt man wohl hauptsächlich aus dem Supermarkt. Die leckeren Snacks lassen sich aber auch relativ simpel selbst herstellen.

Hierzu werden dünne Streifen Rindfleisch über mehrere Stunden in einer Marinade eingelegt und anschließend im Backofen getrocknet. Die Marinade gibt dem Fleisch hierbei den würzigen Geschmack.

Hier ein paar leckere Rezepte für Trockenfleisch-Marinaden:

Pikantes Trockenfleisch

Zutaten für 1 kg Rinderrouladen:

  • 100 ml Sojasoße
  • 150 ml Apfelessig
  • 1 EL Sambal Oelek
  • 1 TL Tabasco
  • 1 Knoblauchzehen
  • Paprikapulver rosenscharf
  • Pfeffer
  • Salz

Knoblauchzehe pressen und mit Sojasauce, Apfelessig, Sambal Oelek und Tabasco verrühren. Mit Paprikapulver, Pfeffer und Salz abschmecken.

Western-Trockenfleisch

Zutaten für 1 kg Rinderrouladen:

  • 100 ml BBQ-Sauce
  • 2 EL Worcestersauce
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL flüssiger Rauch
  • Pfeffer
  • Salz

Zwiebel schälen und fein würfeln. Knoblauchzehe pressen. Beides mit BBQ-Sauce, Worcestersauce und flüssigem Rauch verrühren. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Honig-Senf-Trockenfleisch

Zutaten für 1 kg Rinderrouladen:

  • 3 El Honig
  • 3 EL Senf
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 EL Olivenöl
  • 2 EL Whiskey
  • 1 Knoblauchzehe
  • Pfeffer
  • Salz

Die Knoblauchzehen pressen und mit Honig, Senf, Sojasauce, Olivenöl und Whiskey verrühren. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In allen drei Fällen das Fleisch entfetten und in Streifen schneiden, anschließend gut mit der Marinade vermischen. In einer abgedeckten Schüssel oder einem großen Gefrierbeutel für 12 – 24 Stunden im Kühlschrank marinieren. Dann herausnehmen und auf einem Backofengitter verteilen (am besten hierbei eine Unterlage zum Abtropfen haben). Bei 50-60 ° C und Umluft ca. 8 – 10 Stunden im Backofen trocknen. Hierbei am besten ein Backblech darunter platzieren, um herabtropfende Marinade aufzufangen.

Selbstgemachte Marmelade

Marmelade selber einkochen ist eigentlich gar nicht so schwer. Und das Beste ist: So können Sie selbst entscheiden, welches Obst Sie verwenden! Experimentieren Sie ruhig mit unterschiedlichen Kombinationen. Wie wäre es beispielsweise mit Apfel-Birne-Traube? Oder doch lieber Erdbeer-Pfirsich? Auch wie süß die selbstgemachte Marmelade wird, können Sie selbst bestimmen, denn Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Verhältnissen beim Gelierzucker-Kauf.

Womit wir auch schon beim Thema wären: Am leichtesten ist es, wenn man zum Marmelade kochen Gelierzucker verwendet. Früchte enthalten zwar von Natur aus das Geliermittel Pektin, jedoch ist dieses in manchen Obstsorten nur in sehr geringen Mengen vorhanden. Man kann also theoretisch auch mit normalem Zucker Marmelade einkochen, allerdings dauert es dann teilweise erheblich länger, bis die Masse geliert, da das wenige, in den Früchten vorhandene Pektin erst herausgekocht werden muss. Und für das Endergebnis ist schlecht eine gescheite Prognose zu treffen, also besser keine Risiken eingehen!

Auf der Gelierzucker-Verpackung steht das Verhältnis, in dem Früchte und Gelierzucker gemischt werden sollten. Am weitesten verbreitet ist hierbei das Verhältnis 1:1 – auf 500 g Früchte kommen auch 500 g Gelierzucker. Es gibt allerdings auch Gelierzuckersorten, die mit einem Verhältnis von 2:1 bzw. 3:1 arbeiten. Im ersten Falle reichen dann also 250 g Gelierzucker für 500 g Früchte. Wenn Sie es also gerne weniger süß haben, ist ein Gelierzucker im Verhältnis 2:1 oder höher besser geeignet.

Doch warum braucht man überhaupt Zucker, um Marmelade zu kochen? Er fungiert hier nicht nur als Süßungsmittel, sondern übernimmt auch konservierende Eigenschaften. Beim Kochen legen sich die Zuckerkristalle um das Fruchtfleisch und schützen so die Marmelade vor Schimmelpilzen.

Für Ihre eigene Marmelade benötigen Sie also folgendes:

  • 500 g frisches Obst
  • Gelierzucker im Verhältnis, das auf der Packung angegeben ist
  • Topf
  • Kochlöffel
  • Marmeladengläser
  • Schöpfkelle
  • Trichter
  • Sieb und/oder Pürierstab

Das Obst waschen, entkernen und nach Belieben klein schneiden; je größer die Stücke beim Kleinschneiden, desto größer später auch die Stücke in der Marmelade. Wer gar keine Stücke mag, kann die Früchte auch vor der Zugabe des Gelierzuckers und dem folgenden Einkochen pürieren. Kleine Kerne beispielsweise bei Himbeeren oder Erdbeeren kann man dadurch loswerden, dass man die Früchte durch ein Sieb passiert.

Das kleingeschnittene Obst in einen Topf geben und auf dem Herd erhitzen. Den Gelierzucker langsam dazu rieseln lassen und gut unterrühren, damit sich keine Klumpen bilden. Die Früchte-Zucker-Mischung etwa 5 min unter regelmäßigem Umrühren sprudelnd kochen lassen.

Um zu testen, ob die Marmeladenmasse gut ist, nach 5 min einen Klecks auf einen kühlen Untergrund (z.B. eine Untertasse) tropfen und abkühlen lassen. Wenn der Tropfen fest wird, kann die Marmelade in Gläser umgefüllt werden.

Dazu die Gläser gründlich mit heißem Wasser ausspülen. Besonders Deckel und Rand sollten gründlich gesäubert werden, allerdings ohne Spülmittel zu verwenden. Optional kann man die Gläser auch zusätzlich mit hochprozentigem Alkohol ausschwenken. Wichtig: Die Gläser nicht abtrocknen!

Nun die noch kochende Marmeladenmasse mit einer Schöpfkelle durch einen Trichter in die Gläser füllen. Die Gläser sollten hierbei möglichst randvoll sein, damit so wenig Luft wie möglich im Glas zurückbleibt. Nun den Rand mit einem sauberen Tuch von etwaigen Spritzern säubern und anschließend den Deckel festschrauben. Die Gläser anschließend für ein paar Minuten auf den Kopf stellen – so werden Luftblasen eliminiert und der Deckel durch die heiße Marmelade nochmals von innen desinfiziert. Schließlich die Gläser wieder umdrehen und vollständig abkühlen lassen. Selbstgemachte Marmelade hält sich so etwa ein Jahr – wenn sie kühl gelagert wird, sogar länger.

Trockenobst selber herstellen

Wer seine Früchte nicht einkochen will, kann sie alternativ auch zu Trockenobst verarbeiten. Besonders Äpfel, Birnen, Pflaumen und Aprikosen sind hierfür sehr gut geeignet. Dazu sollten die Früchte gründlich gewaschen und sorgfältig entkernt werden. Bei Äpfeln bietet es sich beispielsweise an, sie zu Apfelringen zu verarbeiten. Hierfür wird das Kerngehäuse mit einem Apfelentkerner entfernt. Anschließen das Obst in Scheiben schneiden – je dünner hierbei die Scheiben sind, desto schneller trocknet das Obst. Um das Oxidieren des Fruchtfleischs – gerade bei Äpfeln und Birnen – zu verhindern, kann man sie vor dem Trocknen kurz in Zitronensaft einlegen.

Wer möchte, kann sein Obst einfach an der Luft trocknen, aufgefädelt auf eine Schnur oder einen dünnen Stock – allerdings dauert der Trocknungsprozess hier mehrere Tage und man sollte das Obst dazu an einem warmen, trockenen und möglichst lichtgeschützten Ort trocknen, um zu verhindern, dass das Obst anfängt zu schimmeln oder aber seine wertvollen Vitamine verliert. Schneller geht es, wenn man die Früchte im Backofen trocknet. Hierzu am besten ein Küchenhandtuch oder Backpapier auf ein Backofengitter legen und das Obst darauf verteilen. Anschließend die Früchte bei 60-70°C für 4 bis 5 Stunden trocknen. Wichtig: Die Backofentür sollte einen Spaltbreit geöffnet sein, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Hierzu einfach einen Kochlöffel oder Korken in die Tür klemmen.

Nahrungsmittel zu konservieren ist heutzutage zwar nicht mehr unbedingt nötig, erfreut sich aber wieder wachsender Beliebtheit. Kommen auch Sie in den Genuss von würzigem Trockenfleisch, selbstgemachter Marmelade oder süßem Trockenobst. Wir wünschen guten Appetit!

Bilder: Hartmann, Schröder, Wöstmann

Zurück